Ich bath ſie, mir den Nahmen ihrer Freun⸗ dinn zu nennen;„denn zwiſchen Mutter und Sohn koſtet es vielleicht nur einen Blick, um dos Geheim⸗ niß ans Licht zu bringen. Ein aͤhnlicher Zug mit ſeinem Vater, vielleicht der Ton eines Worts, viel⸗ leicht die Stimme der Natur, des Bluts, deren Macht wir nicht kennen.“
Sie ſaß unruhig bey dieſen Worten; ohne es zu wiſſen, faltete ſie die Hände; es war, als hörte ich das gewaltſame Zurückhalten ihrer Seufzer.
Thereſe fliſterte mir zu auf deutſch:„Sie iſt's! O Gott! laß nicht nach.
Ich winkte Thereſen Schweigen zu; denn
ſo fertig ſie auch italieniſch redete, ſo waren mir doch ſchon ein Paar Worte vorgekommen, die ſie
nicht italieniſch betonte.
Sie ſtand hier auf, und bath mich, ihr zu erlauben, noch ein Mahl mich zu beſuchen. Sie wollte überlegen, wie viel ſie mir von dem Geheim⸗ niſſe ihrer Freundinn anvertrauen könnte. Von der
Wiege und dem Pudel ſchien ſie nichts zu wiſſen.
Sie empfahl ſich Thereſen im gebrochenen Deutſch: aber es war das Deutſch, was ein Franzoſe redet, nicht der Italiener.
So weit bin ich, Ferdinand!
Ich bin auf meiner Huth.
Thereſe ſchwor darauf, die Signora Sartili ſey deine Mutter ſelbſt. Sie wollts es aus tauſend Kennzeichen haben.


