Der Fremde ging ab und zu, ohne ihn zu ſtören. Er aß mit ihm. Er ließ ſich von Bürger erzählen. Er ſuchte mit der zarteſten Geduld Brau⸗ nen zu erheitern und zu gewinnen. Braune ſah es kaum. Er machte ſogleich den andern Morgen Anſtalt, ſeinen Freund zu mahlen.
Er mahlte ihn, gelehnt an einen Felſen, in kraftvoller Stellung, die Hand drohend ausgeſtreckt gegen eine dunkele Wolke, die über einer Maſſe ſchrecklicher Felſen drohend hing.
Der Fremde ſaß neben ihm und ſah ihn arbei⸗ ten, erſtaunte, da er ſeinen Retter lebendig auf der Leinwand hervor treten ſah.
In den acht Tagen gewann der Fremde Bra u⸗ nens Herz; denn Braune mußte eine Menſchen⸗ bruſt haben, an der er ſeinen Schmerz ausweinen konnte.
Er ſah ihn ſchon oft mit ſeinen freundlichen Augen an, er reichte ihm ſchon oft die zitternde Hand. Doch den Nahmen Freund wagte er nicht auszuſprechen, bis der Fremde einmahl im Finſtern mit unausſprechlicher Zaͤrtlichkeit ihn an ſeine Bruſt drückte und ſagte:„habe ich denn nicht auch ein Herz? Und Muth, dein Freund zu ſeyn? O liebe mich auch! liebe mich! ich liebe dich!“
In dem Augenblicke leuchtete die Flamme einer Fackel ins Zimmer; Braune ſah die ſchimmern⸗ den Thraͤnen auf den Wangen des Fremden. Er umfaßte ihn, und nannte ihn Freund.
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