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unterrichtet, ich gab ihrem Geiſte den Reitz, ohne
den ihre Schönheit den Buben nicht gelockt haͤtte.
Ich ſtand, wie ihr Schutzgeiſt an dieſem Paradieſe, voll Unſchuld, voll himmliſcher Unſchuld, in das der wollüſtige Teufel eingebrochen iſt„ und das er
verheert hat. Da! lies ihren Brief! Sieh, ſie gab ihm Liebe, Herz, Unſchuld, ihre Mutter, mich
ihren Bruder; ſie gab ihm alles, und er— da lies! Er ſagt zu ihr: ich habe dich dennoch betro⸗
gen! da lies! das Grab verſöhnt uns alle! b9s
Grab, Freund! und damit gut!"* „Es iſt ein edler Mann, hörteſt du von ihm!
„Deſto ſchlimmer für ihn! ſo wird es ihn nicht
befremden, wenn der Bruder der entehrten Schwe⸗ ſter ihm ſein Todesurtheil in die Seele donnert!
Wußte er, welch ein unſchaͤtzbares. Gut die Ehre
iſt: ſo— gut denn, ſo weiß er, daß die Ehre Blut fordert. Waͤre er ein veraͤchtlicher Elender, den der Sinne Trunkenheit in ihre Arme riß, und ſie in ſeige: ſo— war's das jammervolle Spiel der Be⸗ gierde, des Bluts, ſo— aber er hat, ſo höre!
höre und ſprich nicht von Erbarmen! Er hat von
dem Bücherverleiher die Klariſſe gehabt, Mo⸗ 4
nathe lang; er hat aus dem Buche die Kunſtgriffe
zuſammen geleſen, ſtudiert— und in kalter, hölli⸗
ſcher Ruhe ſtudiert, meine Schweſter zu verderben.
Er hat ſie nicht einmahl geliebt, denk ich, und ich
will darauf ſchwören. Nein, Menſch, Menſch, ſag
kein Wort mehr, oder ich entſage deiner Freund⸗


