Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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„So wollt ich dich haben, Braune! So! das ſollte das erſte Wort ſeyn, wenn du mich mahnſt. Bruder! ja Bruder bin ich!“

„So meine ich's nicht; ſo nicht, mein Bruder!4

„Auch du, mein Bruder! Und wenn ein Bandit dir ſein Meſſer heimtückiſch in die Bruſt bohrte: ſoll ich nicht den Mörder erdroſſeln?“

„Ich bitte dich, Bürger, laß uns erſt hier das Paradies beſehen! Gewöhne dich erſt wieder an mich, an meine Liebe; und hat die Natur und meine Liebe dich heiterer gemacht: dann erſt wol⸗ len wir reden.“

„Nein, beym Teufel, nein! Ich frage dich, höre du, ich frage dich: wenn ein liſtiger, üppiger, verführeriſcher Bube deiner Schweſter, Thereſe,

„Herz vergiftete, wenn er ihre— was der Weiber einzige Tugend iſt; dann will ich frey reden mit dir— Keuſchheit raubte, ſie aus deines Vaters Hauſe wegſtöhle, und ſie dann der Schande, dem Untergange Preis gäbe? Sprich du! nun ſprich! ſprich aus deines Herzens Grunde!“ Braune legte die Hand vor die Augen.

„Du haſt ſein Todesurtheil geſprochen, und du biſt Thereſens Bruder nicht. Ich bin ihr Bruder. Ich habe mit ihr unter einem Herzen ge⸗ legen, an derſelben Bruſt habe ich mit ihr die erſte Nahrung des Lebens geſogen; meine erſten unſchul⸗ digen Freuden mit ihr getheilt. Ich: ich habe ſie