Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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nig, außer daß oft ein junger Mann vor dem Hauſe vorüber gegangen, bey deſſen Anblick meine Schwe⸗ ſter zuweilen unruhig geworden. Sie wußte nichts, gar nichts; nichts von dem Anfange der Begeben⸗ heit, nichts von dem Ende.“

„Ich rannte umher in der Stadt, und forſchte und horchte, machte Bekanntſchaft mit allen Poſtil⸗ lionen und Miethkutſchern und Hausknechten in den Wirthshaͤuſern, und erfuhr dann endlich, daß ein Fremder gerade um die Zeit abgereist war, in der meine Schweſter verſchwunden. Ein reicher, vor⸗ nehmer Mann war er gewiß, ſagte mir das ganze Haus. Er hat ſich Golden genannt; man zwei⸗ felte aber, daß Golden ſein rechter Nahme ge⸗ weſen. Er hat ein ganzes halbes Jahr in dem Wirths⸗ hauſe in der größten Stille gelebt. Am Abend ſey er oft weggegangen, und haͤufig war er erſt am Morgen zurück gekommen. Sein Bedienter heißt Juſt: ein hübſcher, ſchöner Mann, mit blondem Haar und blauen Augen, ſagten die weiblichen Be⸗ dienten. Daß ihn ſein Bedienter zuweilen Ihr Gna⸗ den genannt, wußte ein Kind des Wirths, das oft bey ihm auf dem Zimmer geweſen. Er iſt ab⸗ wechſelnd ſchwarz und blau, ſehr einfach gekleidert. gegangen. Das alles traf mit meiner Mutter Be⸗ ſchreibung. Eigener Wagen und Pferde haben ihn abgehohlt, und man bemerkte noch, daß ſein Wa⸗* gen am Abend ohne ihn abgefahren ſey. Er hatte zu Fuß das Haus verlaſſen.“