Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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und meines frommen Glaubens denn ich ver⸗

zweifle, Sohn! ihm verzeihe nicht! Geh! geh!

Nein, ich glaubte noch immer nicht. Da gab mir die Mutter ein Billet von meiner Schweſter Hand. Da liegt es vor mir, und begeiſtert mich zu blutiger Rache. 8

Mutter, ich verlaſſe dich auf ewig! ſo ſchreibt ſiedie Schande hat ſtatt eines Brautkranzes eine ewige Schmach auf mein Haupt gelegt. Ich bin Mutter, ohne Frau zu ſeyn. Ich gab ihm Liebe, mein Herz, meine Unſchuld, mein Glück, meine Mutter, o dich, meine Mutter! gab ich ihm, meinen Bruder; und er gab mir für alle dieſe theuren, unerſetzlichen Opfer nur Eine Hoff⸗ nung! Ach, und dieſe Hoffnung iſt nun alles, was ich vom Leben, von. Glück beſitze! O, darum ja verlaſſe ich dich, und gehe mit ihm. Ach, dieſe Hoffnung Mutter, iſt die Strafe nicht zu hart?

dieſe Hoffnung ſehe ich ſchwanken, und ich gehe

dennoch mit ihm, deſſen Auge ich oft mit kaltem Entſetzen betrachte; denn oft blitzen aus ſeinem Blicke die Worte hervor: ich betrüge dich! Und dann dann o dann! Ich kann wünſchen, der Augenblick waͤre da, wo die Eine Hoffnung hin iſt. Denn das Grab, Mutter! verſöhnt uns alle. O, es verſöhnt mir Bruder und Mutter! Das las ich, o Ferdinandl das las ich! Ich wollte mir von meiner Mutter die naͤ⸗ hern Umſtände erzählen laſſen. Sie wußte ſehr we⸗