Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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Zch haͤtte mein Paxadies in ihren Schooß geſchüttet, um ihr ein Lächeln abzugewinnen. Alle meine Hoffnungen hatten nur meine Schweſter zum Ziel. Sie, ihre unſchuldige Geſtalt, ſtand am Ende aller meiner Siegesbahnen; meine Ehrenkraͤnze wollte ich auf ihr Haupt drücken. Und nun! nun! O weh!

O, ich Unſinniger, ich trotzte dem Geſchick! Ach, ich vergaß, daß ich eine Schweſter hatte! O, hätte das Geſchick mich auf die Folterbank feſt ge⸗ bunden, ich hätte doch rufen können: das Leben iſt ein Seufzer, den der Tod endigt, eine Lufterſchei⸗ nung, die vorüber iſt, wenn ſie entſteht. Aber jetzt,

jetzt haut der Schmerz, wie der Adler, in mein

Herz, und ich zaͤhle ihr gequältes Leben nach Se⸗ cunden, und jede drückt ihren feurigen Dolch in

das unbewahrte Herz meiner Schweſter! O weh!

Ach, ich fühlte wohl, daß mein Leben ein lan⸗ ges Ach ſeyn würde. Aber ich verhärtete mein Herz gegen dieſen Gedanken, und dachte an meine Schwe⸗

ſter. Ihr Bild riß meine Blicke von meinem Leben

ab. Ich konnte noch immer glücklich ſeyn, wußte ich. Und nun? nun? O, was ich traͤumte! d, mein Freund! dich

wollt' ich, dich mit in mein mütterliches Haus füh⸗ ren; du ſollſt ſie ſehen, du ſollſt ſie lieben! in deine

treue Hand wollte ich ihre Hand, ihr Herz, ihr Leben legen. O Bruder, wie froh machte mich der

Gedanke, und nun? O Himmel, und nun?