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daß es ihr faſt unmöglich ſeyn würde, gegen ihm üͤber zu ſitzen; ohne die Augen nieder zu ſchlagen. Es war nichts als das ſchöne weibliche Gefühl ihrer Unſchuld. Aber der Vater befahl, und Ferdänec fuͤhlte nur als Künſtler..
Sie ſaß gegen ihm über. Sie erröthete anfangs, ſo oft er die Augen auf ſie ſchlug. Er redete mit ihr, er erzählte ihr von ſeinen Reiſen, von ſeinem Freunde, ach, mit der ganzen Begeiſterung ſeines Herzens von ſeinen Altern, von ſeinen Schweſtern, und dann verſank er in dieſem ſchönen Bilde. Er ließ den Pinſel ſinken, und von ſeinem Auge ſank eine ſchöne Thrane der Liebe. Ach, wer kann es den Mäaͤdchen verdenken, daß ihr Herz in einer ſehr ſchönen Empfindung zu pochen anſing? daß ſie mit ihren Blicken die Thrane verfolgte, die langſam über ſeine Wange rollte, und in dem laͤchelnden Grübchen ſeiner Wange hangen blieb, mit ihrem
Auge? Er wußte es nicht, daß er den Künſtler mit dem Menſchen vertauſchte, ſchon längſt vertauſcht
hatte; daß ſeine Begeiſterung die Begeiſterung einer aufflammenden Liebe wurde; daß er mit Zittern die
Stunde erwartete, wo ſie kommen mußte, und ſie
kam ſo mit eben dem Zittern einer verborgenen Liebe. Sie konnte es nur mit einem unbeſchreiblichen Er⸗ röthen wagen, ihn zu bitten, ſie nicht als Hebe
zu mahlen, wie er als Künſtler, und wie es der „Vater gewollt hatte. Sis werden mir es 5 Ge⸗
fallen thun.


