ſollen. Ich war auf den griechiſchen Infeln. Ich habe Geſichter geſehen, Herr Baron, die dem Ideal der Antike näher kommen als Olympie; aber ein Geſicht, das dem Ideal in meiner Bruſt ſo nahe kommt als Olympiens, habe ich nie geſehen. Gewiß, Herr Baron, die Kunſt iſt nicht ſpröde ge⸗ gen meinen Pinſel; aber je mehr ich Olympien betrachte, deſto mehr fürchte ich, daß ich kein Künſt⸗ ler bin. Ich habe es verſucht, ihren Kopf zu mah⸗ len, und gewiß in den Stunden der Künſtlerweihe, wenn ich begeiſtert war von ihrer Schönheit, wenn ich eben herkam aus einem Geſpräche mit ihr, in dem ihr hoher Geiſt das ſchöne Geſicht belebte; dann mit dieſer Flamme im Buſen, die ſie entzün⸗ det hatte, ging ich an die Arbeit, hoffend, freudig, es würde mir gelingen: und— ich bin arm, oder die Kunſt iſt es.“
Der Baron verwunderte ſich, daß der junge Mann in ſolchen Ausdruͤcken von ſeiner Tochter re⸗ dete. Er ſah ihn durchdringend an; aber Braune fuhr eben ſo unſchuldig fort. Der thoͤrigte Vater ging mit ihm, den Kopf zu ſehen, und erſtaunte; denn es war Olympie. Sie durfte nur reden.
„Hat ſie Ihnen geſeſſen?“ fragte er eilig.
„Nein,““ ſagte er ruhig—„auch weiß ich nicht ob es nicht ſo beſſer iſt, wenn ſie mir nicht ſitzt.“
Aber Olympie mußte ihm ſitzen. Der Vater
befahl es; denn Oly mpie fühlte in ihrem Buſen, Lafont. die Pfarre ꝛc. II. B
9 1
4
A


