Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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Er ging mit ihr auf Olympiens Zimmer, das er allein noch nicht betreten hatte.

Bey Iſabellen war er geweſen; aber wie ganz anders war es bey Olympien! wie ganz anders! Es war, als träte er in das Heiligthum der Unſchuld und der Jungfraͤulichkeit. Die ſchön⸗ ſten Ausſichten von Italien und der Schweiz hin⸗ gen an den Waͤnden; zwiſchen ihnen ſtanden Blu⸗ mentöpfe. Die Möbels waren ſchwarz mit weißem Muſſelin, die Decke himmelblau, mit goldenen Sternen. Der Kopf einer Muſe aus Marmor ſtand auf dem weißen marmornen Tiſche unter dem Spie⸗ gel. Die Vorhaͤnge waren niedergelaſſen. Neben der

Muſe lag eine Bibel, und an der Hauptwand,

Olympiens Sitz gegenüber, hing eine ſchöͤne Copie von Raphaels Madonne. Olympie ſelbſt war noch im Morgenanzuge von ſchneeweißem Muſſelin, nur eine Roſenknospe an der verhüllten Bruſt war ihr Schmuck; die blon⸗ den Locken hielt ein leichtes Band zuſammen. Ihr Vater ſah ſie ſo gekleidet niemahls. Sie mußte immer in farbigen Kleidern erſcheinen. Iſabelle klatſchte lebhaft in die Hände, da ſie ſein Erſtaunen ſah. Sie lief bald zu Olym⸗ pien, und umarmte ſie, bald wieder zu Ferdi⸗ nand, und rief dem zu:Nicht wahr, hier iſt es ſchön? Ach, hier bin ich auch recht fromm recht fromm! Hier bethe ich auch; denn meine Mutter ſagt: hier in dieſer Zelle der frommen Olympie