—
werde ein lieblicheres Gemählde erſchaffen, als der liebliche Guido.
Ich bin drey Tage hier im Hauſe. Ich möchte ſo nicht leben, wie man hier lebt; obgleich ich ge⸗ ſtehen muß, daß ich dieſes Leben für das höchſte Ideal des Umgangs halten würde, hätte ich nicht in meinem vaterlichen Hauſe gelebt, wo die reinſte Liebe das Geſetz des Umgangs war, und alles, alles wieder zu Liebe wurde; hätte ich dich nicht kennen gelernt, deſſen edelſte Freundſchaft ohne irgend ein verhüllendes Gewand, wie ein himmliſcher Genius, da ſteht in gränzenloſer Freyheit der Liebe und der geiſtigen Luſt.
Den Vormittag iſt jeder allein, beſchaͤftigt wie er will; außer wenn ich meine Thüre öffne, öffnet
Iſabelle die ihrige gewiß, und hängt ſich mit einem ſchalkhaften Lächeln in meinen Arm, um die Gegend mit mir zu beſehen, oder zu thun, was ich eben will.
Eine Stunde vor Tiſch kommen wir alle auf dem Bücherſaale zuſammen. Man plaudert, man liest vor, man ſingt. 4
Der Herr von Bardeſtein hat eine Menge ſchöner Kenntniſſe. Er iſt an mehrern Höfen Ge⸗ ſandter geweſen. Er hat große Reiſen gemacht. Seine Unterhaltung iſt belehrend; aber er bringt s nie höher als zur Reflexion. Menſchegkenntnißeaſt ſein Stolz, und ſich frey gehalten haben von Leie deuſchaft u und Vorurtheil ſemhe Würde. Eben b
1


