— 10—
Andenken an meine Schweſter, und an ihren Retter!“ 3
„Sobald es vollendet iſt.“
Ich muß die kleinſten Umſtaͤnde wiederhohlen.
Wir kamen nun in ein Geſpräch. Die Mutter war eine edle, gebildete Frau, mit einem gewiß ſehr warmen Herzen, deſſen Waͤrme aber unter dem Anſtande der großen Welt verhuüllt blieb.
Der erſte Anblick der Tochter hatte den ſchönen Schleyer weggeriſſen; aber da ſie überzeugt war, daß Iſabelle geſund war, da verbarg ſie das Herz wieder.
Sie fragte nach meinem Nahmen, und welch ein glücklicher Zufall mich hierher gebracht; aber alles nur in Ruckſicht auf ihre Tochter, nicht auf mich ſelbſt. Ihr Dank ſogar, war nur ein kaltes, aber ſchönes Wort, das nur von einem höflichen DBlick, von einer höflichen Neigung begleitet war. Sie war ganz gefaßt. Nur von Zeit zu Zeit warf
ſie einen Blick voll Mutterliebe auf ihr Kind, und ſagte zuletzt:„ich kann es kaum erwarten, daß ſie erwacht von dem Schlummer, der ihr ſo nö⸗ thig iſt.“
3„Und nach dem Schlaf die liebende Stimme der Mutter, nach der ſie ſo verlangte.“
Gegen Morgen erwachte ſie, und da ſie ihre Mutter ſah, erhob ſie ein Freudengeſchrey und ſtreckte ihr die Arme entgegen, und legte ſich an ihre Bruſt. Dann rief ſie mit zaͤrtlicher Stimme:
—.


