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ging ein paar Schritte; aber weiter konnte ſie nicht. Ich ſetzte ſie am Bache nieder.„Die Noth gebie⸗ thet, mein Kind!“ ſagte ich ſtreng—„und S Sie durfen nicht zögern.“ Ich wuſch den Staub von ih⸗ ren Füßen. Ich trocknete ihre Füße mit ihrem Schahl. Dann wuſch ich die kleinen Wunden mit Wein. Wie wohl es ihr that, ſiehſt du, ſie ſank hinten über an das erhöhte Ufer und ſchlummerte ſüß ein. Ich wickelte ihre Füße in ihren Schahl, zog meinen Rock ab, und bedeckte ſie warm damit, legte mein Halstuch über das Geſicht, das immer mehr Farbe bekam, um es gegen die Sonnenſtrahlen zu ſchützen.
Sie ſchlief eine Stunde lang unendlich ſüß. Dann erwachte ſie, faſt ganz hergeſtellt. Ihr erſter Blick war eine Bitte an mich um Eſſen.
Ich gab ihr langſam Brot und Wein, und während deß erzählte ſie mir.
Sie iſt die Tochter des Herrn von Barde⸗ ſtein. Sie geht mit ihrem ſchneeweißen, zahmen Reh, das ſie auf allen ihren Spaziergaͤngen beglei⸗ tet, in den Wald, der an den Garten ſtößt. Das Thier, das ſonſt ſo zahm iſt, verlaͤßt ſie. Sie ruft, das Reh ſteht; aber kommt nicht. Sie geht nach. Das Thier zieht ſie immer tiefer in den Wald, von allen Wegen ab.
Nach einer Stunde iſt das Reh verſchwunden, und Iſabelle, ſo hieß ſie, weiß nicht, nach wel⸗ cher Gegend ſie gehen ſoll, um ihren Rückweg zu finden. Angſtlich wechſelt ſie ihren Weg ein paar


