Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

und rief aͤngſtlich:O meine Mutter! O hört mich denn keines Menſchen Stimme?

Hier iſt ein Menſch! ſagte ich aufſtehend, und ſie flog mit einem Freudengeſchrey auf mich ein; aber ermattet ſank ſie weinend an meine Bruſt, und ſagte:O retten Sie mich! Seit drey Tagen irre ich in dieſem Walde umher, und finde mich nicht zurecht!

Das ſagte ſie, ſich immer feſter an mich klam⸗ mernd, mit den Füßen zuckend, als ſchmerzten ihr die Füße.Um Gottes Willen, rief ich, ſie an meine Bruſt drückendSie ſind gerettet! Eine Stunde von hier iſt ein Dorf. Werde ich ſo weit gehen köunen? ſagte ſie angſtlichich bin verhungert, meine Füße ſind wund. O erbarmen Sie ſich!

Ich ſetzte ſie nieder, ſie mit dem Rücken an einen Felſen lehnend. Dann zog ich meine Flaſche Wein, Brot und Obſt hervor. Sie ſah mit gieri⸗ gen Blicken auf meine Lebensmittel, ſie ttreckte die Haͤnde darnach aus. Ich gab ihr denn jetzt erſt ſah ich das eingefallene Geſicht und die heftige Be⸗ gierde des Hungers kleine Stückchen Brot, dann ein paar Tropfen Wein in meinem Becher⸗ und bath

ſie, langſam zu eſſen.

Kann ich's? o kann i's 29 rief e, und abgeſetzt und langſam. 3

Ihr Auge leuchtete von Vergn Khränen.