Teil eines Werkes 
1. Band (1816)
Entstehung
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Freund, fuͤr den er ſelbſt ſein Leben hinwerfen konnte; für den er in alle Schranken trat, in die ihn Schickſal und Menſchen fordern mochten.

O, wehe dem Jüngling, der ohne Freund, ohne Freundſchaft, die allein ſo romantiſch iſt, als die Liebe, und noch erhabener, durch die Jugend gehen ſoll, und durch das Leben! Sein Leben hat kein Ziel. Er lebt, um zu lernen, und lernt, um zu leben, und der todte Buchſta⸗ be tritt nie in's Leben, und die Wahrheit wird nie, was ſie bey den Alten war, die neun Göttin⸗ nen, die Töchter des höchſten Gottes. Nein, wie das Zwillingsgeſtirn, eins von des andern Strah⸗ len beleuchtet, wandelten Braune und Bürger dahin.Ich lebe für dich! ſagten ſie Beyde. Da hatte das Leben ein ſtolzes, ein edles, ein menſchliches Ziel. Ihre Blicke wurden nicht hin⸗ und hergeriſſen, ſondern ſie ruhten einer auf dem andern, in ſtiller Kraft, in kraͤftiger Ruhe.

Ferdinand konnte der Liebe entbehren. Er hatte ſie in dem Buſen ſeines Freundes gefunden, obgleich ſein ganzes Herz erwacht war, da er den kraftigen Hauch ſeines Vaterlandes empfand, der ihm von Norden her über den Alpen entgegen⸗ brauſte..

Er machte auf ſeiner Heimreiſe eine Reihe von Zeichnungen, auf denen die unſchuldige, keuſche lächelnde Geliebte im erhabenen Gefühl der ver⸗ ſchwiegenen Liebe im Dunkel des Eichenwaldes ſtand⸗