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aber er übte ſich dennoch in dieſer Kunſt, und al⸗ les gelang ihm.
Er fehlte an keinem Orte, wo Menſchen ver⸗ ſammelt waren, und hier ſtudirte er den Ausdruck der Leidenſchaft auf dem menſchlichen Geſichte.
Er konnte ſo gut, wie jeder Student ein
hübſches Madchen verfolgen; aber er wollte nur ihr Geſicht, die Blu he ihrer Wangen, das leuchtende Auge, ihr Zauberlächeln, die ſchlanke Geſtalt ha⸗ ben, nicht ihre Liebe.
Er ſtudirte die Gemaͤhlde ſeines Lehrers eben ſo fleißig, und er übte, was ſo viel Künſtler ver⸗
ſäumen, das Kunſtgedäch niß. Er lernte die ſchön⸗
ſten Züge eines Maͤdchens und eines Jünglings, und der großen Meiſterſtücke gleichſam auswendig. Er fehlte nie in der Kirche, wo ihm jedes
8 ſchöne Geſicht ruhig ſitzen mußte. 3 Er gewann die Fertigkeit, zu ſehen und zu
behaten. Er mahlte manchen Kopf zum Spre⸗ chen ähnlich, ohne ihn vor ſich zu haben.
Er ſtritt mit ſeinem Lehrer über den Werth der Hiſtorienmahlerey.„Es gibt noch etwas Hö⸗ eres in der Kunſt,“ ſagte er—„die Poeſie!— Der Menſch an ſich, abgeſondert von Allem, was die Zeit, die Begebenheit, die Sitte ihm gibt! Es hibt eine Schönheit, die ewig Schönheit bleibt, die ſchönen Empfindungen des menſchlichen Herzens, welche die Kunſt vermag darzuſtellen, die Liebe der Mutter, der Aeltern, die Liebe des jungen Herzens,
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