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und geſtaltlos. Seine Phantaſien waren noch die alten Mährchen aus ſeiner Kindheit. Er wünſch⸗ te ſich noch nicht ein Mahl einen Freund, viel we⸗ niger eine Geliebte. Der Ruhm war es allein, der ihm ſeine as ei both. Aber der trunkene Blick, das ſtille Erröthen, die leiſen Seufzer, die aus ſeinen rothen Lippen hervorbrachen, ſagten dem Vater, wie nahe das Aufbrechen der verſchloſſenen Noſenknospe ſeines Herzens war; und ſo verzö⸗ gerte er den Augenblick, den Eberhardine ſo ſehnlich wünſchte, die Entdeckung, daß er nicht ſein Vater, daß Thereſe nicht ſeine Schwe⸗ ſter war.
Eberhardine wüͤnſchte es, bloß um zu ſehen, was er für Augen machen würde. Auch wünſchte ſie es um Thereſen willen. Der Ge⸗ danke, daß er ein Mahl durch die Bande des Bluts ihr Sohn werden ſollte, war ja ſchon lange ihr lieblicher Gedanke geweſen. Aber der Vater woll⸗ te nicht. Ferdinand hatte Thereſen unter allen Menſchen am liebſten. Erfuhr er in dieſem Zeitpuncte: Thereſe ſey nicht ſeine Schweſters ſo wurne ſie ſeine Geliebte.
„Nun denn, ſoll ſie das nicht, Vater?“
„Es würde mich glücklich machen, Dinchen! Aber wenn er, wenn wir für Liebe hielten, was nichts waͤre, als brüderliche Freundſchaft? wean—
nein, laß mich nicht glauben, er hätte glucklicher
ſeyn können, wenn er es nicht gewußt hätte. 9


