Teil eines Werkes 
1. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ziehung war bald hart ſpartaniſch, bald ein wenig zu weichlich; aber die Kinder blieben unter bey⸗ den Zonen, der heißen und der kaltern gleich gut.

Niemand ſah, daß Ferdinand nicht zu den andern Kindern gehörte ſo ahnlich war er

ſeinen Geſchwiſtern als allein Braune und 1

Dine, die wußten, er war ein Fremder. Er zeichnete ſich durch eine Heftigkeit in allem aus. Er war zu weich, er war zu muthig. Er übertrieb alles. In den Monathen, da man ſpartaniſch er⸗ zog, haͤtte er lieber gar nichts gewollt. Er hätte mögen den Diogenes übertreffen, und doch liebte er die Pracht, Feſte und alles Schöne. Er war der Wildeſte unter allen, ohne ungeſtüm zu ſeyn/ und doch ließ er ſich am leichteſten lenken.

Er ſtahl ſich oft von den Kindern des Dorfs

weg mitten aus der rauſchenden Freude, die er 3

hervorgebracht hatte, in die ſtillſte Einſamkeit, ohne einen Grund davon zu wiſſen. Er mußte. Er war herriſch und nachgebend zugleich. Er zurn⸗ te leicht und heftig, und noch leichter vergab er, wenn er beleidigt war. In den Lehrſtunden ſchweif⸗ te er am meiſten ab. Seine Phantaſien waren lächerlich; aber immer rieſenhaft, und dennoch weich und traurig dunkel. Er wurde von jedem Gei⸗ ſtermaͤhrchen heftig angepackt. Er glaubte an je⸗ des, und in ſeinem Heczen arbeitete eine geſtalt⸗ loſe Welt ſich empor, voll furchtbarer Erſcheinun⸗