— 187—
„Ach, und doch hätte ich bald des Deichgra⸗ fen Frau werden müſſen!“
„Nein; ich waͤre aus meinem Verſteckwinkeg hervorgetreten. Deinen Mann kannte ich längſt, wußte laͤngſt, welch ein Ehrenmann er war.““
Da erinnerte ſich Braune, daß dieſer Herr von Boiſen bey ihm geweſen, und eine lange Unterredung über das Leben, über das Glück, über die Zukunft mit ihm gehabt hatte.
Der Alte lächelte.„Ich, das war ich, und ich war recht oft nachher in Holm, und ſah nach, was das junge Paar machte. Gottlob Kinder, Ihr wart Eurer Ältern werth! Aber nun, junge Frau,“ fuhr er fort, Dinchen von oben bis unten beſehend—„der Anzug da iſt faſt zu arm für eine arme Predigerfrau, wie viel mehr für die reiche Beſitzerinn dieſer Güter! Denn da! ſieh hin!“ er öffnete ein Fenſter—„ſo weit dein Blick ſieht, iſt alles dein.“
„Mein Blick,“ ſagte Dinchen, ihre helen Augen auf ihren Mann und auf die beyden Kin⸗ der richtend— Assicht nicht weiter, als bis hierher.⁰ 3
„Gut! Und deine Großmukker, die ſtolze Frau von Boiſen, die deine Ältern haßte, deinem Va⸗
— ter ſtatt des Muteerſegens ihren Fluch gab, iſt auch hier." 3
„Hier? Gott! demn was 15 von ihr zeleſen. ſo wenig es war—⸗.


