Teil eines Werkes 
1. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 — 185b—

rer Heiterkeit, mit ihrem feſten Glauben an die Ewigkeit, mit den heiligen Bildern in ihrer Seele mitten in dem Schmerz ein Entzücken, dos einſt in Geſtalt eines Engels an ihrem Sterbebette ſte⸗ hen wird.

„Ich lerne ſterben!“ ſagte der Oberförſter.

„Ich lerne leben!“ rief erhabener Boiſen.

Da fanden ſie Sophien einen Morgen todt im Bette. Der Tod hatte ihr nichts genom⸗ men, als das Leben, nicht das Lächeln des lieb⸗ lichen Mundes; er hatte nicht einmahl das Grüb⸗ chen in der Wange ausgefüllt. Die Hände wa⸗ ren zum bethen gefalten, die Augen zum Schlaf geſchloſſen. Es war eine Stille im Hauſe, im gan⸗ zen Dorfe, als ob eine Welt über den Leich⸗ nam trauerte. Alles wurde erfüllt, was ſie ge⸗ wunſcht hatte. Sie ruht neben dem Geliebten.

——— „

4.

Naͤhdem Eberhardine die Thränen, die ſie bey dem Leſen dieſer Papiere vergoſſen, abgetrock⸗ net hatte, ſah ſie ihren Mann erwartend an. Er ſchwieg. Sie ſagte:„mir iſts, als klange dieſer

Nahme Birkfelde, und alle die Nahmen, die

ich zum erſten Mahle hoͤre, S ophie und Ge⸗

nius, aus meiner Kindheit zu mir herüͤber. In