Teil eines Werkes 
1. Band (1816)
Entstehung
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die Großmutter ein. Die Großmutter ſagte rauh zu dem Kinde:„Geh zu deiner Mutter, und ſage ihr, ſie ſoll nicht undankbar ſeyn gegen deinen Va⸗ ter, der aus Liebe zu dir und ihr ſtarb!

Eberhardine, ſo hatte die Großmutter das Kind gelehrt, kniete vor ihrer Mutter, und ſagte: „O liebe du mich, um meines Vaters willen! O verſtoß mich nicht!“

Das drang in ihre Seele. Sie umarmte

das Kind, und die erſten Thraͤnen brachen aus

ihren Augen. Das war wohl gelungen; aber es half zu nichts.

Die Mutter ließ ihre Tochter nicht einen Au⸗ genblick mehr von ſich. Sie hatte nun in dem

Kinde ihren Mann. Aber alle Zerſtreuungen, die ihr die Mutter machte, zerſtreuten ſie nicht. Der Schmerz hatte wie eine Rieſenſchlange ihr ganzes Herz, ihre Seele, ihr ganzes Weſen umpickelt, und füllte das Herz mit erſtarrendem Gifte.

Was ſie noch allein freute, ſagte ſie Nieman⸗ den. Sie hatte dem Todten den Ring aus ihrem Haar, den ſie unter der Bundeseiche ihm ſchenkte, mit in den Sarg gegeben. Sie wußte nun ge⸗ wiß, ſie würde ihm nachſterben.

Sie dachte nichts als ihn. Man hätte den

Schmerz in ihrem Herzen heilen können; aber wer

konnte den liebenden Wahnſinn ihres Kopfes hei⸗

len, daß er ihren Ring mit ins Grab Laumen, 6