war auf einmahl anders⸗ Die Gemeinde wußte jetzt mit Stolz, daß ſie weit umher nicht nur den beſten, ſondern auch den gelehrteſten Prediger hat⸗ te. Sie ſahen ſtatt des ernſten Geſichts voll Kum⸗ mer über die Armuth ſeiner Pfarre, das frohe Ge⸗ ſicht des zufriedenen Gluͤcklichen. Braune ſelbſt lernte ſeine Bauern mehr achten, und alle dieſe Wunder that ein freundliches, junges, fleißiges Weib, Eberhardine.
NReich waren ſie nicht, nicht einmahl wohlha⸗
bend; aber ſie hatten alle ihre Bedürfniſſe; und Dinchen konnte ihrem Manne, an jedem Freu⸗ dentage im Jahr, ein Buch ſchenken, deſſen Nah⸗ men ſie, ihn Nner beliſtend, abſtahl.
Erſt jetzt leinte Braune ſein junges Weib
kennen. Seit die Zeit ihrer Liebe die feyerliche Empfindſamkeit, und den Ausdruck der Begeiſte⸗ rung genommen: welch eine unerſchöpfliche Heiter⸗ eit, welch ein ſtiller Muth, welch ein reiner Sinn
für alles Gute, für das Erhabenſte, und für das
Kleine im Leben in ihrer Seele lag! Sie erhob
ſich mit ihm hoch über das Leben empor; ihre Er⸗ hebung war Frömmigkeit.— Aber ſie konnte nach⸗ her an dem ſtillen Leben wieder warmen Theil neh⸗
men; ſie gewann dem Leben ſelbſt die Freuden ab,
die er bey der Dichtkunſt ſuchte. 2
„9, welch ein Weib habe ich, Dinchenie 1 ſagte er oft erſtaunend vor ihr, wenn ſie das Schwe⸗


