Teil eines Werkes 
1. Band (1816)
Entstehung
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nichts zu verbergen als ihr Mitleiden; aber das ſchöne weibliche Herz verbirgt mehr, als die Liebe allein dem Geliebten. Es verhüllt alle Empfin⸗ dungen; denn alle Empfindungen ſind Liebe.

. Eberhardine verhüllte ihre Liebe wie ein unſchuldiges Mädchen unter einer weichen Weh⸗ muth; der Nachbar wie ein Mann, in einem hal⸗ ben Zorn, in Bitterkeit, in Satyre, und das un⸗ ſchuldige Madchen, das ſchon gehofft hatte, ſein Herz würde ihr Mitleiden zſehen, wurde an ihm irre, da er kälter war, als ſie es verdiente. Sie zog ſich zurück, und er freute ſich, daß ſie kaͤl⸗ ter wurde. Er hatte ihr Herz geſehen.

In dieſer Zeit des kalten Zurückfahrens ihrer Herzen fing der Deichgraf Müller an, den Pa⸗ ſtor Balke häͤuſiger zu beſuchen.

Die Mutter hielt ihm kleine Lobreden, daß

man der Jugend Fehler nicht ſo hoch anrechnen

müſſe. »Vergeben, Mutter!« »Nun ja, vergeben, das wollt ich ſagen!« Auch der Deichgraf war weniger wild, redete nicht mehr vom Spiel und Trunk, ſo daß es zu⸗ letzt die Mutter zu ſagen wagte: ver kann ſich doch wohl zuletzt einen Platz in dem Bilde erringen, Vater 2».

»Ho! willſt du dahin? Wenn du ihn dahin

bringſt, ſo nimm du mein Bild und des Holmers⸗ und deines Sohns weg.*..

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