Teil eines Werkes 
1. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nomie kam in das Familiengemaͤhlde, wenn der Alte den Ausſpruch gethan hatte: ver iſt ein edler Menſch!«Und der Alte that nicht leicht dieſen Ausſpruch.

»Der muß hinein, Vater!« ſagte oft die Mut⸗ ter, wenn ein Beſuch gegangen war, und Eber⸗ hardine war der Mutter Meinung.

Der Alte laͤchelte und ſchüttelte den Kopf, und er kam nicht hinein. Es waren nur etwa fünf Maͤnner, die auf dem Bilde ſtanden. Zwey alte, und drey junge Manner, die alle verheirathet wa⸗ ren; Eberhardine war feſt überzeugt, eben aus dieſen Fünfen, daß ihr Oheim ſich darauf ver⸗ ſtand, den Werth der Maͤnner zu ſchäͤtzen. Aber

nie hatte er beym erſten Beſuch darauf gedrungen, G

daß Eberhardine, die das Amt des Zeich⸗ nens hatte, den Gaſt abſchatten ſollte, als bey Braune.

Balke, ſo hieß der Prediger, trieb die Phy⸗ ſiognomie noch aus ſeinen Jugendjahren her, wo ſie Mode war. Das Gemaͤhlde der edlen Schatten⸗ riſſe im Zimmer war das Ueberbleibſel davon. Daß Braune ſo ſchnell in den edlen Stammbaum des Hauſes kam, hatte ſeine Gründe. Der Alte ging

kurz nach Braunens Ankunft durch Holm. Es

läutete zur Wochenpredigt. Er ſtellte ſich an die offne Kirchthüre, und hörte von dem jungen Manne eine vortreffliche Rede, voll einfacher, herzlicher Weisheis. Er ſah ihn indeß nicht genau.