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Mariel!« ſagte er mit weicher Stimme.»Warum
bin ich ſo arm, daß ich nicht einmahl dein Alter ſchonen kann?« Er reichte dem Kinde die Blumen, die es im Spiel auf den Boden warf, geduldig wieder zu, und ſagte:»iſt es nicht genug, o Him⸗ mel, wenn ich zwey Menſchen beglücke? das ſey denn mein Loos!«
Spielend im weichen Kummer nahm er die Schere, und ſchnitt Eberhardinens ſchönes Profil aus, und betrachtete den Schatten, den er an die Wand fallen ließ.»Und mehr iſt mir ja nicht beſchieden als ihr Schatten! Mehr fodre ich nicht.«
Er wollte am andern morgen, denn wilde Traͤume hatten ſeine Phantaſie erregt, tauſenderley auf einmahl. Er wollte ſeinen Hirtenſtab, der hier nichts war, als ein Bettelſtab, wieder nieder⸗
legen und als Hofmeiſter nach Liefland gehen. Er
redete ja gelaͤufig franzöſiſch, und ſpielte das Kla⸗ vier. Der Plan machte ihn reich; aber er nahm ihm Eberhardinen. Und ſo war es ihm ja gleich, wo er unglücklich war. Aber wohin ſeine Phantaſie ihm den Weg öffnete zum Glück, da trat ihm Marie und das Kind entgegen, was ſein war. Die Tugend hielt ihn in dem engen Krei⸗ ſe ſeiner Armuth feſt gefangen. Er mußte ſeine
Hoffnungen hingeben. Dann wollte er Eberhar⸗
dinen nicht wieder ſehen. Aber da in der Hoff⸗
nungsloſigkeit der Menſch alles übrige Kleine, was
er beſitzt, zerſtört, um gar nichts zu haben: ſo


