Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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unter großem Zulauf geſpielt, und doch kamen die kecken Jungen unentdeckt davon. Auf einer andern Redoute erſchien einer als Kronos mit einer großen Urne, die er bei ſeinem Verſchwinden hinterließ und die einen ganzen Plunder Deviſen, du kannſt dir vorſtellen welchen Inhalts, unter die zuſtrömende Menge ergoß: auch dießmal war die Polizei vergebens hinter den Urhebern her. Und was für einen Sitzungsſaal haben ſie ſich, neulich wenig⸗ ſtens, für ihren Club, denn ſie haben einen förmlichen Revolu⸗ tionsclub, ausgewählt? Keinen geringeren als den akademiſchen Thronſaal, der noch dazu ziemlich hart an die Schloßwache ſtößt. Denke dir ſtatt des Herzogs unter dem Baldachin die Figur der Freiheit, mit Büſten von Brutus und Demoſthenes umgeben, und ſtatt der Thronrede an den hohen Senat denke dir die revolutio⸗ nären Reden womit das nächtliche Feſt begangen wurde!

Das wird er aber nicht wiſſen?

Nein, er weiß es nicht. Doch weiß er genug, denn es iſt nicht lang her daß ſie ihn wegen einer warnenden Anrede förm⸗ lich ausgepfiffen haben.

Wie? rief Schiller: darüber muß ja ſelbſt der Verfaſſer der Räuber erſchrecken! Und er hat nicht mit dem Donnerkeil drein⸗ geſchlagen?

Nein, ſagte Heinrich: er warf ihnen einen einzigen Blick zu, und verließ das Inſtitut, das er ſeitdem ſelten mehr beſucht. Wie es mich erſchütterte den ſtolzen Mann ſo reden zu hören?

Geht die Welt unter? rief der Dichter. Solche Bekenntniſſe hat dir Herzog Karl gemacht?

Nein, das mit dem Auspfeifen hat er mir nicht geſagt, aber es hätte wenig dazu gefehlt. Er klagte ziemlich offenherzig, denn mein Anblick und die Erinnerung an alte Zeiten hatte ihm das Herz weich gemacht.Ihr hattet doch noch ein wenig Pietät, ſagte er,aber die heutige Jugend iſt lieblos und undankbar. Er fühlt ſich überhaupt verkannt.Wenn ich einmal nicht mehr