barmherzig mitgenommen wird. Es iſt Schade um die Maſſe von Witz und Talent und Gutherzigkeit, die da jeden Abend gegen⸗ ſtandlos in den Lüften aufgeht und ſehnlich nach öffentlichem Le⸗ ben verlangt. Freilich ſinds unter dieſen Umſtänden Sechsund⸗ neunzigpfünder, und ob du gleich von alten Zeiten her was Starkes vertragen kannſt, ſo hätt' ich doch kaum den Muth dir davon zu erzählen. Doch weil du von deiner Diät ſprachſt ſo will ich dir ſagen wie ſich Schubart darüber ausdrückt. Er fragte mit leb⸗ hafter Theilnahme nach dir, nach deinen Arbeiten und endlich auch nach deiner Lebensweiſe, die ihm als äußerſt nüchtern be⸗ zeichnet worden war. Als ich ihm dieß beſtätigte, ſagte er: Es iſt mir unbegreiflich, der Mann frißt Eis und— gibt Feuer von ſich!
Der Dichter lachte herzlich. Ja, ſagte er, ſonſt hätt' ich die Heimath wohl ſchwerlich wieder geſehen. Aber— er blieb auf einmal ſtehen und nahm den Freund am Arme— aber ſagteſt du nicht daß du mir aus beſonderer Quelle etwas Angenehmes mittheilen könneſt? daß du eben auf dem Wege zu meinem Vater ſeieſt?
Freilich! ich komme ja von Hohenheim!
Von Hohenheim? warum haſt du mir denn das nicht gleich geſagt?
Du ließeſt mich ja gar nicht zu Worte kommen. Ich habe es aus Herzog Karls eigenem Munde—
Du haſt den Herzog geſprochen? rief der Dichter mit der lie⸗ benswürdigſten Lebhaftigkeit. O ſage mir, wie fandſt du ihn? was ſpricht er?
„Viel Genie, das muß ich ſagen, viel Genie!“ ſagte er als die Rede auf dich kam. Und als ich ihn verſicherte daß du ſeiner Erziehung und ſeiner früheren liebevollen Geſinnungen gegen dich dankbar gedenkeſt, ſo rief er:„Ich ſag', da thut er wohl dran!“ Wie ich nun mit Vorſicht an den Hauptpunkt gelangen wollte unterbrach er mich:„Ich weiß ſchon! Er hätte nicht nöthig ge⸗


