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Heinrich lächelte über die heimliche Theilnahme die der Dichter nicht unterdrücken konnte. Außer meiner Schwägerin, ſagte er, ſah ich kaum einen von früheren Bekannten als den herzoglichen Theaterdichter, der einſt neben mir auf Hohenasberg ſaß, und deſſen Dantonsgeſicht ich ſogleich wieder erkannt habe.
Den Schubart? rief Schiller. Das war freilich ein Um⸗ ſchwung! es kam mir vor wie ein Märchen der Tauſend und Einen Nacht, als ich ſeine Befreiung und Anſtellung vernahm. Wie gehts ihm jetzt? wie lebt er?
Er hätte nicht auf den Asberg kommen oder ihn nicht mehr verlaſſen ſollen. Er genießt ſeine neue Lage und ſeinen Pro⸗ feſſorstitel, lebt flott von dem Ertrage ſeiner Prologe und ſeiner ausgebreiteten Gelegenheitspoeſie,— und macht eine Fauſt in Sack.
Er dauert mich, ſagte Schiller. Was wär' aus dem Mann nicht geworden, hätten ihm unſre deutſchen Verhältniſſe nur die Nußſchale voll engliſcher Freiheit gelaſſen, die ihm der Bürger⸗ meiſter von Augsburg verweigerte!
Nebenbei, fuhr Heinrich fort, wird er fürchterlich dick, und man braucht kein Prophet zu ſein um ein ſeinem rothen aufge⸗ dunſenen Geſicht einen bevorſtehenden Schlagfluß zu leſen.
Da möcht' ich ihm meine Diät anrathen, ſagte Schiller.
Heinrich lachte. Die wär' ihm noch ärger als der Asberg! Wir haben, bei der mäßigen Lebensweiſe woran wir uns im nördlichen Deutſchland gewöhnen mußten, gar keinen Begriff von der Schlemmerei dieſer Geſellen im ſchwarzen Adler zu Stuttgart. Da iſt namentlich Schubarts täglicher Genoſſe, der Schieferdecker, von dem du ja gehört haben wirſt. Dem iſts eine Kleinigkeit, ſeine zwanzig, dreißig Flaſchen Wein zu trinken, und um ſich nicht zu verzählen ſteckt er immer nur die Pfropfen zu ſich, die er dann den andern Tag wieder mitbringt und bezahlt. Andre junge Poeten haben ſich dazugeſellt und fabriciren Epigramme gegen einander, namentlich gegen den dicken Schieferdecker, der ſie dafür freihält und dem es nie wohler iſt als wenn er recht un⸗


