Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Platz gemacht, und in dem gemilderten Stolze der Haltung lag Anmuth und Würde gleich vertheilt. Das blaſſe leidende Aus⸗ ſehen des Freundes erzählte von den Stürmen und Schiffbrüchen ſeiner Jugend, von ſeinen Anſtrengungen im Dienſt der Menſch⸗ heit, und weiſſagte die wenigen Tage der Vollendung die ihm noch vergönnt waren, den kargen Reſt eines vom Geiſt aufgezehr⸗ ten Lebens, in dem er noch ſo viel vollbringen ſollte.

Heinrich hatte ihn einen Augenblick betrachtet. Er iſt es, wahrhaftig, er iſt es ſelbſt! rief er, gab dem Pferde beide Sporen und jagte im Galopp hinzu. Schiller! mein Schiller! rief er mit jugendlicher Heftigkeit ſich vom Pferd in ſeine Arme werfend: willkommen in der Heimath! Nicht wahr, es thut doch wohl, es iſt doch etwas Schönes um die Heimath! O mit welcher Bewe⸗ gung hab' ich oft das Wort ausgeſprochen!

Der Dichter nickte ſtumm, ihn in den Armen feſthaltend, und beiden Männern ſtanden die Thränen in den Augen.

Und du ſchon hier? rief Heinrich weiter. Deine Briefe, den von Jena und den kleineren aus Heilbronn, hab' ich in Stutt⸗ gart bei den Meinigen angetroffen, und jetzt bin ich eben auf dem Wege zu deinem Vater, um ihm die guten Nachrichten zu überbringen, die ich dir nun ſelbſt eröffnen kann!

Ich erfuhr in Heilbronn, ſagte Schiller, daß der Herzog öffent⸗ lich geäußert habe, er werde meinem Aufenthalt kein Hinderniß in den Weg legen, und auf dieſes eilte ich hieher.

Nun, und daſſelbe wollt' ich dir aus der allernächſten Quelle durch deinen Vater zu wiſſen thun.

Tauſend Dank! die Beſtätigung iſt immer noch willkommen. Wer hätte das gedacht, als ich dich mit deinen Prinzen in Erfurt ſah, daß wir uns hier, auf dieſem Platze, wieder begegnen wür⸗ den! Du kommſt von Stuttgart? Höre, bei aller Freude wie⸗ der einmal in Schwaben zu ſein, nach Stuttgart geh' ich nicht! dieſe Stadt iſt mir verhaßt! wenigſtens bei Tage ſoll ſie mich nicht er⸗ blicken. Wie ſtehts denn dort? Erzähle mir, wen haſt du alles geſehen?