Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

24

Jetzt immer zu, immer zul rief der Pfarrer.

Sie gingen auf ebenem Boden, aber in immer tieferem, pfad⸗ loſem Schnee mühſelig fort. Es mochte eine Stunde ſeit Heinrichs Unfall verlaufen ſein. Halt! gebot dieſer endlich: da gehts ja ſchon wieder bergauf!

Sie blieben rathlos ſtehen. Das iſt eine Nacht! rief der Pfarrer.

Horch! rief Heinrich: haſt du nichts gehört? Ein Glockenton! und jetzt wieder!

Ganz verloren! ſagte der Pfarrer: der Schnee läßt ihn nicht recht durch die Luft dringen.

Aber ich habe mir gemerkt wo er herkam! rief Heinrich freu⸗ dig: komm, folge mir, er führt uns in irgend ein Dorf.

Sie traten ihre Irrfahrt wieder an, und waren kaum fünfzig Schritte, um ſich her taſtend, rückwärts gegangen, ſo ſtieß Heinrich an einen Gegenſtand, den er für ein Haus erklärte. Sie umgingen es auf allen Seiten, und als ſie die Thüre gefunden hatten pochte der Pfarrer heftig an und rief mit donnernder Stimme: He da! aufgewacht! aufgemacht! ſagt uns wo wir ſind und führt uns ins Wirthshaus!

Ein Fenſter öffnete ſich und eine Männerſtimme rief heraus⸗ Hier gibts kein Wirthshaus!

Was? kein Wirthshaus? rief der Pfarrer: jetzt ſind wir vol⸗ lends in der Patſche!

Iſt Er's, Herr Pfarrer? fragte der Mann lachend: Er braucht kein Wirthshaus, Er iſt ja in Seinem eigenen Dorf.

Was bin ich? rief der Pfarrer: ich wollt ich wär'

Guter Freund! erhob Heinrich ſeine Stimme: ſeid ſo gut und zeigt uns den Weg ins Pfarrhaus! wir haben uns verirrt und ſind ſo vom Schnee geblendet daß wir uns nicht einmal hier mehr zurechtfinden können.

Bitt' dich ums Himmels willen! flüſterte der Pfarrer: er muß uns ja für betrunken halten! Sagt mir nur an welchem Haus