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Komm, ſüßer Schlaf, balſamiſcher Segen, Dir winkt mein müdes Herz entgegen, Komm, ſanftes Labſal der Natur!
Heinrich erbaute ſich mit lächelnder Rührung an dem frommen Spruche: da mußt du ja vortrefflich ſchlafen, wie der alte Erz⸗ vater! ſagte er.
Sie verließen das Haus. Unten betrachtete Heinrich die Con⸗ ſtruction der Thüre und bemerkte: du wohnſt aber doch in gar zu glücklicher Sicherheit! das letzte Haus im Dorfe, die Thüre faſt unverwahrt, die Gegend abgelegen, und die Grenze nicht all⸗ zu weit.
Es iſt mir auch nicht ganz wohl bei der Sache, verſetzte der Pfarrer: ein paar ſilberne Löffel finden ſich immerhin zum Steh⸗ len, und ich habe deßhalb ſchon vor längerer Zeit ans Conſiſto⸗ rium geſchrieben, man ſolle mir ein Schloß an die Thüre machen laſſen; bis ſie ſich aber dort reſolvirt haben kann ich mit meiner ganzen Familie geſtohlen ſein.
Darauf erzählte er allerlei Geſchichten von den Zigeunern und ihrem Anführer Hannikel. Vor einem Jahr, ſagte er, be⸗ gegnete ein Förſter im Walde einem unbekannten Waidmann, mit dem er, als derſelbe ſich ziemlich genügend ausgewieſen hatte, in ein vertrauliches Geſpräch gerieth. Zuletzt bat ihn der Fremde um ein Darlehen, da er in einer vorübergehenden Verlegenheit ſei. Der Förſter gab ihm was er eben bei ſich hatte, einen Thaler. Als er Abends nach Hauſe kam, traf er ein Brieſchen an, das ich ſelbſt nachher geleſen habe. Es lautete etwa folgen⸗ dermaßen:„Lieber Freund, Sie haben ſchwerlich gewußt mit wem Sie heut im Walde geſprochen haben. Zum Dank für Ihre Freundlichkeit gegen einen Unbekannten ſollen Sie nie eine Un⸗ gelegenheit in Ihrem Reviere haben. Laſſen Sie mich das kleine Geſchenk als ein Andenken an Sie behalten, und ſeien Sie im⸗ mer verſichert von der Erkenntlichkeit und Freundſchaft Ihres Hannikel.“


