Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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ſpräche zurück mit den Worten: Lieber Freund, da mußt du uns auch wieder etwas zu Gute halten! meine Frau will jetzt den Boden aufwaſchen ich ſchätze ſie um ihrer Reinlichkeit willen. Heinrich ſah ihn verwundert an. Es geſchieht großentheils dir zu Ehren, fuhr der Pfarrer fort, und wir wollen ihr den Spaß nicht verderben, ſie wird ſonſt confus; der heutige Tag macht ohnehin Epoche in ihrem Leben.

Nun ſo gehn wir auf dein Studirzimmer! rief Heinrich: laß mich einmal deine gelehrte Wirthſchaft betrachten.

Wir wollen zuvor ſehen, verſetzte der Pfarrer: ich bin heute durch häusliche Angelegenheiten daraus vertrieben worden.

Er führte ſeinen Gaſt in eine Art von Kammer auf der ent⸗ gegengeſetzten Seite des Hauſes. Schwarze Wäſche, Kartoffeln und Tannzapfen lagen auf dem Boden umher und erlaubten nur eine beſcheidene Muſterung von der Thüre aus. In der einen Ecke ſtand eine große zweiſchläfrige Himmelbettlade, hellgrün an⸗ geſtrichen, in der andern ein Tiſch auf dem einige Bücher und Papiere herumlagen; daneben waren ein paar hölzerne Fächer an die Wand genagelt, die eine ſpärliche Bibliothek, den Ueberreſt gelehrter Beſtrebungen, beherbergten.

Hier würde Rouſſeau ſich gefallen! rief Heinrich: denn es ſieht aus als wäre die Hand der Natur mit mächtigen Strichen durch deine Wiſſenſchaft gefahren. O Philoſophie! Sag' mir nur, du weiland eifriger Wolfianer, glaubſt du noch an die Lehre vom Sein? 4 34

Der Pfarrer wies gleichmüthig auf den Boden: ſolche Gegen⸗ ſtände, verſetzte er, überzeugen den Unglaubigſten, hier faßt die

Ontologie erſt feſten Fuß. Uebrigens iſt mein Syſtem noch immer

in der ſchönſten Ordnung, fuhr er fort und deutete hinter den

Ofen wo eine lange Reihe von Tabakspfeifen hing, der Größe

nach wie Orgelpfeifen geordnet. Ich verſtehe dich nicht, ſagte Heinrich. Abtrünniger! rief der Pfarrer: iſt dir die Univerſitätszeit ſo⸗