Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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2.

Mein frommer Bruder, wandelt ſacht, und nehmt auf Stegen euch in Acht! 1 Uhland.

Gib Acht, wandte ſich Matthäus zu Heinrich herum, morgen Abend haben wir deinen Karl Moor. Aber jetzt auch kein Wort mehr von Geſchäften, als höchſtens daß meine Frau von unſrer Jagd nichts zu wiſſen braucht, ſie würde ſich unnöthige Sorgen 4 machen. Wo zum Kukuk bleibt denn der Kaffee? rief er zur Thüre hinaus: ah, da iſt er ſchon! Er nahm ihn ſeiner Frau unter der Thüre ab, trug ihn dem Freunde auf und ſetzte ſich mit einem Ausdruck unendlicher Neugierde ihm gegenüber. Heinrich goß ein und ſah ſich mit einiger Verlegenheit um.

Ja ſo, potz Teufel! ſchrie der Pfarrer und fuhr auf: der Zucker! Armer Freund, das fiel mir zu ſpät ein; ja, da iſt nichts zu machen, Zucker führen wir nicht im Hauſe.

Thut nichts, ſagte Heinrich mit einem bitterſüßen Lächeln: das iſt mir in meiner Junggeſellenwirthſchaft auch ſchon vorge⸗ kommen; ich muß nun eben etwas mehr Milch zugießen. Er nahm das Schüſſelchen, das ſtatt der Taſſe diente, an den Mund, ſetzte es aber nach dem erſten Schlucke wieder ab und ſprang ſchnell ans Fenſter.

4 Was iſt denn ſchon wieder? rief der Pfarrer. Heinrich deu⸗ tete ſprachlos auf den Kaffee. Der Pfarrer koſtete ihn ebenfalls,