Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Er iſt mein ſehr guter Freund, erwiderte Heinrich lächelnd, und lebt als Regimentsmedicus in Stuttgart.,

Wa was? in Stuttgart? alſo am Ende gar ein Wirten⸗ berger?

Ein completer! warum ſollte er keiner ſein?

Jetzt iſt mirs aber doch ganz curios! ſagte der Pfarrer kopfſchüttelnd: jetzt kann ich mir gar keine Vorſtellung mehr von ihm machen. Ein Wirtenberger! Wenn mir ſo etwas Apartes, Grandioſes vorkommt, ſo muß ich mirs ganz weit weg, auf die ultima Thule oder gar ins Pfefferland hindenken. Trägt er denn auch einen Zopf?

Heinrich beſchrieb den Titanen in ſeiner Militärtracht; er erin⸗ nerte ſich im Stillen der Scherze die ſie unter den Freunden ver⸗ anlaßt hatte, und beluſtigte ſich an den großen Augen die der Pfarrer machte.

Ich kann mich gar nicht drein finden, rief dieſer endlich: jeden⸗ falls aber mußt du mit mir die Runde bei einigen meiner Nach⸗ barn machen; die werden dich wie ein Wunderthier anſtaunen daß du ein Freund vom Verfaſſer der Räuber biſt.

Um aber jetzt von den böhmiſchen Wäldern auf den Schwarz⸗ wald zu kommen, ſagte Heinrich, wollen wir unſre Maßregeln berathen. Und zwar fürs Erſte: du haſt hoffentlich unter deinen Bauern einige tüchtige und entſchloſſene Leute die man zu Spionen gebrauchen kann.

Da ſei nur ruhig, verſetzte der Pfarrer und öffnete das Fenſter: an dieſem Artikel fehlts bei uns nicht! ich habe Burſche, verſchla⸗ gen wie die Katzen und herzhaſt wie die Bären, wenn du einem ein Bein abſchlägſt ſo geht er dir auf dem andern hüpfend zu Leibe. Und da kommen eben ein paar von den beſten wie gerufen herbei; die haben etwas auf der Nadel beim Kirchenconvent und werden um ſo williger ſein. Aber halt! eh ich ihnen rufe muß ich noch eine Frage thun: wenn die Zigeuner, was mir nicht un⸗ wahrſcheinlich vorkommt, wirklich ſich in dieſe Gegend gezogen