Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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5 Schatten gehüllten Gegend kehrte er in einem Wirthshauſe ein, das er durch Fuhrleute aus dem Schlafe geweckt fand, und ſchlief einige Stunden auf einer Bank. Als die erſten Vor⸗ boten des Lichtes ſich am Himmel zeigten, beſtieg er ſein Pferd wieder und zog den Mantel feſter um ſich; der anbrechende Tag brachte eine ſchneidende Kälte mit. In der Klarheit des Morgens überlegte er noch einmal den Plan den er dem Herzog flüchtig an⸗ gedeutet hatte: er wollte gerades Weges zu ſeinem Freunde Mat⸗ thäus eilen, von dem er ſeit deſſen Abgang auf eine der entlegen⸗ ſten Pfarren des Schwarzwaldes nichts mehr vernommen hatte, und daſelbſt unter dem Vorwand eines Beſuchs in der Stille nach allen Seiten hin Erkundigungen einziehen; in wenigen Tagen hoffte er den Aufenthaltsort der Flüchtlinge erfahren zu haben und ſodann ſeine weitern Maßregeln nehmen zu können.

Bald wurde die Gegend wilder, die Straße verengte ſich und lief in vielfachen Krümmungen, der Geſtalt des Thales ſich an⸗ ſchmiegend, zwiſchen hohen Waldbergen fort, deren dunkles Grün, ſo matt es ausſah, doch in einem tröſtlichen Widerſpruche mit der Jahrszeit ſtand.

Er mußte langſam reiten, ſein Pferd war müde. Die Kälte hatte nachgelaſſen, und Heinrich fühlte ſich erhitzt und durſtig. Er

erblickte eine Quelle die in eine hölzerne Röhre gefaßt aus einer

kleinen Vertiefung des Waldrandes klar hervorſprudelte; er ſtieg ab und fand als er davon trank ein angenehmes Sauerwaſſer, das ihn herrlich erquickte. Eine uralte Burgruine ſah von einem ſtei⸗ len Berge über den Wald herab.

Sein Weg verließ jetzt das Thal, und er führte den Rappen eine ſchroffe Anhöhe hinauf, um über Berge und durch Schluchten immer tiefer in das Waldgebirge einzudringen. Eine rauhere Luft wehte ihn an, die Einſamkeit wurde immer ſtiller, wilde Schweine rannten ihm häufig über den Weg, ſelten begegnete ihm ein Menſch den er nach der Richtung fragen konnte. An einem abgelegenen Gehöfte entſchloß er ſich einen Führer mitzunehmen, und ſo ſah