in den Armen ihres Geliebten? Er ſuchte die Pein die er ſich ſelbſt zu bereiten drohte ſich zu verbergen, und malte ſich den Schmerz aus, den er Lauren zuzufügen im Begriffewar. Und muß ſie nicht glauben, rief er, du habeſt dich eigenſüchtig zum Voll⸗ ſtrecker aufgedrängt? du wolleſt deiner Eiferſucht den traurigſten Genuß verſchaffen? Er fühlte bei dieſem Gedanken eine centner⸗ ſchwere Laſt auf ſeinem Herzen. Dann ſah er wieder das Bild des ſchönen Wildfangs, einer geſetzloſen, des Aergſten verdächtigen Bande preisgegeben; denn wie konnte ihr Entführer, wer er auch ſein und in welchem Verhältniß er zu ihr ſtehen mochte, ein Ver⸗ ſteck für ſie finden, das dieſen Mächten des Waldes nicht bekannt war, ja wie hätte er einen ſo kecken Streich wagen können ohne die Hilfe ſeiner Geſellen anzurufen? und wenn auch ihr Vertrauen, vielleicht gar ihre Liebe ihn unwiderſtehlich in Heinrichs Augen hob, wer konnte dafür bürgen ob ſie unter ſeinem Schutze ſicher
ſei, ob er ſie gegen die Rohheit ſeiner Verbündeten, gegen die Willkür des furchtbaren Hannikel, deſſen Name halb Deutſchland erfüllte, vertheidigen könne? Ein tiefes Erbarmen gegen das thö⸗ richte Kind entflammte ſein Herz und verdrängte alle andern Ge⸗
fühle. Ich muß ſie retten! rief er laut und gab dem Rappen die
Sporen, daß er geſtreckten Laufes auf der unebenen Waldſtraße dahinflog.
Er war noch nicht weit von der Stelle entfernt, wo er dieſe Worte ausgerufen hatte, als eine dunkle Geſtalt hinter einem gro⸗ ßen Baume hervortrat und brummte: Es iſt doch eine ſchöne Er⸗ findung um die Selbſtgeſpräche; das wäre alſo der Retter, ſo ſieht er aus. Noch ein paar Stunden Begleitung, und dann können wir ihn einen halben Tag zureiten laſſen bis wir wieder einmal nach ihm ſchauen.— Sprachs und verſchwand im Walde, aus wel⸗ chem bald hernach gellende Pfiffe und verſchiedene täuſchend nach⸗ geahmte Vogelſtimmen ertönten.
Mitternacht war längſt vorüber, als Heinrich die Grenze des Schwarzwalds erreichte. Ermüdet und unbekannt mit der in dichten


