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Woher weiß Er das? Woher weiß Er daß ſie— nicht mehr da iſt? 3
Das erfahre ich, erwiderte Heinrich, in dieſem Augenblick aus Ew. Durchlaucht eigenem Munde; ich hatte keine Ahnung davon als ich kam.
Der Herzog ging eine Weile ſchweigend auf und ab, dann ſagte er: Seine unverkünſtelte Alteration beweist mir zwar etwas für Seine Unſchuld; aber wie kommt Er denn, wenn Er nicht mit im Complott iſt, auf den Schwarzwald zu rathen?.
Ich ſchließe das, antwortete Heinrich nach einigem Zögern, aus vielen Aeußerungen die ich von dem Fräulein vernehmen mußte. Sie gab mehr als einmal zu verſtehen daß ſie ſich hier von den gemeſſenen Formen, von der ſtrengen Etikette beengt fühle; ſie ſprach namentlich mit Vorliebe, mit einer Art Heimweh vom Schwarzwalde, und wußte ein freies Leben in den dunkel⸗ grünen Tannenwäldern nicht reizend genug—
Nonſens, ſag' ich, unterbrach ihn der Herzog. Sie wird ja wohl gar zum Hannikel gegangen ſein. Schweig' Er von dieſer Affaire, ſo lieb Ihm meine Gnade iſt, und geh' Er übrigens im Frieden hin. Ich will ſchon allein fertig werden.
Nein, mein Schatz! rief Francisca: laſſen Sie uns nicht ſo übers Knie abbrechen! Dieſe Idee, ſo unbegreiklich ſie auch er⸗ ſcheinen mag, iſt doch nicht ohne Gewicht; denn ich erinnere mich ähnlicher Aeußerungen.
Mein Schatz, ich ſage, das kann nicht ſein! Welche Abge⸗ ſchmacktheit! In jenem Spitzbubengau! Aber ich werd' ihn ſäu⸗ bern, ich werde!
Ich will mich gern eines beſſern belehren laſſen, ſagte Hein⸗ rich. Das Fräulein könnte ſich vielleicht zu Verwandten begeben haben.
Sie hat ja faſt keine Seele! warf der Herzog hin.
Nach den Richtungen die man etwa vermuthen konnte hat ſich nichts ergeben, ſagte die Gräfin.


