12.
König:—— Außerordentliche Mittel Erlaubt die dringende Gefahr— Hier, Marquis— Euch brauch' ich keine Schonung zu empfehlen— Marquis(empfängt den Verhaftsbefehl): Es iſt aufs Aeußerſte, mein König. Don Carlos.
Es war böſes Wetter was Heinrich bei ſeinem Eintritt in das fürſtliche Cabinet gewahrte. Der Herzog ging heftig im Zim⸗ mer auf und ab; ſeine Augen funkelten zornig, und ihr helles Blau hatte eine dunklere Färbung angenommen, was ſeinen Blicken etwas Furchtbares gab. Die Gräfin von Hohenheim ſaß beſtürzt und verlegen auf einem Canapé. Unſer Freund, kein Neuling mehr in der Taktik ſolcher Scenen, hatte ſich gleich beim erſten Eintreten eine Stelle auszuwählen gewußt, die der Schein der Kerzen weniger beherrſchte und wo er ſein Mienenſpiel eini⸗ germaßen verbergen konnte.
Endlich! fuhr ihm der Herzog entgegen. Wo ſteckt Er den ganzen Tag? Wo kommt Er her?
Heinrich erwiderte daß er einen Spaziergang gemacht und ſo eben erſt an einem Erholungsorte den herzoglichen Befehl erhalten habe, dem er auch alsbald Folge geleiſtet.
Einen Spaziergang? rief der Herzog: wann hat Er ihn an⸗ getreten, dieſen Spaziergang? erſt heute oder ſchon geſtern Nacht? Iſt Er auf richtigen Wegen gewandelt?
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