Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Nun, ſiehſt du? aus dem iſt ja auch mit der Zeit etwas ge⸗ worden.

Ja, aber unter andern Händen. Mir iſts zu Muth als ob ich gar nichts mehr herausbringen würde. Ich hab' ein Gefühl als ob ich fertig wäre.

Heinrich lachte. Nein! rief er: um auf den Lorbeern einzu⸗ ſchlafen, dazu iſts noch zu früh am Tage. Dieſe Stimmung geht vorüber; ſie iſt Qual für die Seele, aber Wohlthat für den Geiſt. Laß ihn nur brach liegen, er fängt von ſelbſt wieder zu tragen an.

Unter dieſen Umſtänden ſchwerlich, verſetzte der Dichter. Mein Leben, meine Stellung, alles iſt verfehlt. Ich bin im Begriff lang⸗ ſam in den Sumpf zu ſinken, wenn ich mich nicht mit einem kecken Sprung herausreiße. Oft komm' ich mir vor wie Catilina gottſeligen Angedenkens, nur daß ich mir auf eine beſſere Art helfen möchte.

Du laborirſt an einer poetiſchen Entwicklungskrankheit, ſagte Heinrich: das iſt alles. Laß ſie ruhig auskochen, du haſt ja in⸗ zwiſchen Diverſion genug. Laß das Dichten eine Zeit lang und wirf dich mit um ſo größerer Wuth auf deine Grenadiere. Das iſt das Gute was ein Beruf hat, daß man nie leer mahlen kann.

Auch daran fang' ich ſtark zu zweifeln an, erwiderte der Dich⸗ ter. Es kommt mir nicht ehrenhaft vor, einen Beruf an welchem

das Vertrguen des Staats, ja, das Leben von Menſchen hängt,

nur ſo nebenher zu treiben. Das Schlimmſte aber(was unter uns bleibt) iſt das daß ich nicht dazu geboren bin: es gelingt mir nichts, und wenn man mich heute wegwirft ſo kann ichs nicht verargen. Es iſt eben der Fehler daß man zu ſeinem Berufe kommt wie der Blinde zur Ohrfeige.

Aber zu was hätteſt du ſonſt getaugt?

Das iſt ſchwer zu ſagen, ſprach der Dichter: ich ſehne mich auch nicht mehr nach den Fachſtudien die ich verlaſſen mußte. Ueberhaupt kann meines Erachtens ein Menſch nur Einen Beruf haben, und den meinigen glaub' ich mit den Räubern bewieſen zu