Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Stadthore gelaſſen hat, iſt nicht ſo leicht aus der Faſſung zu bringen, und lachend ſagte ich zu meinem Mentor: Ich will Hans heißen, wenn das Ding da nicht ausſieht wie ein ſteiner⸗ ner Käſelaib; eine Vergleichung, welche durch irgend einen An⸗ blick am Fenſter eines Kaufladens, wo wir vorübergekommen, geweckt worden ſein mochte.

Ja, davon hat es auch den Namen, erwiderte er nickend und mit dem verſtändigen Lächeln, das ihm ſo eigen war, unter⸗ brach ſich aber in ſeiner Rede, da er mich plötzlich gleich einem Wilde ſtutzen ſah, und folgte mit den Augen meinem Blicke. Der war auf ein altes Weib gefallen, welches gebückt, wie eine Kräuter ſuchende Zauberfrau, um das Gemäuer ſchlich und eben jetzt in unſern Geſichtskreis gekommen war..

Treffen wir uns hier, Frau Nachbarin? rief ihr der Buch⸗ drucker, gleichfalls ein wenig betroffen, entgegen. Was machen Sie denn?

Ihr ſeht's ja, Erdbeeren ſuch' ich, erwiderte ſie und rich⸗ tete ſich empor, indem ſie ein paar rothe Beeren in ihre Schürze warf. So ein altes Weib, das zum Schaffen nicht mehr brauch⸗ bar iſt, muß doch ſehen, wie es ſeine Zeit herumbringt. Und in dem Revier gibt's ſöllich ſchöne; auch hat der Platz das Gute, daß mir die Buben nicht ſo ins Handwerk pfuſchen.

Das glaub' ich, ſagte der Buchdrucker, aber Sie, ſcheuen Sie das Blut nicht?

Die Alte lachte: Bin nicht ſo dumm.

Ich horchte hoch auf. Blut, das war mir ein beſonderes Wort, hinter dieſen Reden mußte irgend ein Geheimniß ſein.

Das iſt längſt vertrocknet, fuhr die Alte fort. Wie lang iſt's her, daß hier das letzte Blut gefloſſen iſt? Ihr werdet etwa ein, zwei Jahre jünger ſein als ich; nun rechnet einmal; ſie war gerade in meinem Alter, und wenn ſie noch lebte, ſo müßte