Die wandelnde Chronik, die lebendige Sage, die Hand in Hand mit mir an ſchönen Sonn⸗ und Feiertagen ſpazieren ging, kurz und gut mein alter Buchdrucker hatte mich eines Abends an der Einfahrt ſeines Hofes erwartet, wohin ich in meinen Frei⸗ ſtunden immer zuerſt geſprungen kam, und munter zuſchreitend verließen wir mit einander die hohen Stadtmauern, in deren Umkreis ſchon die Nacht eingebrochen war und Lichter aus den Fenſtern blinkten, während draußen vor dem Thor noch alle Vögel ſangen und die Sonne, nach den weſtlichen Hügeln zu Golde gehend, mit ſanft gebrochenen Strahlen durch das volle Laub der Bäume drang. Wir ſchlenderten zwiſchen Gärten, die von Stachelbeerhecken begrenzt waren, auf ſchmalem Pfade hin, bis wir einen freien Platz erreichten, der, öde und reichlich mit Unkraut überwuchert, gegen das Flüßchen zu gelegen war. In der Mitte dieſes Platzes erhob ſich ein ſeltſames Ding. Es war ein runder Bau, eine Plattform, niedrig aus Steinen auf⸗ geführt. Ich war nie zuvor hier geweſen, konnte mir auch nicht erklären, was dieſe Erſcheinung bedeuten ſollte, und die wilde Einſamkeit der brach liegenden, von des Menſchen thätiger Hand gemiedenen Stätte flößte mir eine unheimliche Empfindung ein. Aber eine Knabenſeele, die den Schulſtaub hinter dem räucherigen
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