Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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338 fuhr auf einmal mit einem mächtigen Schwung ein Kopf und ein Arm unter der Glocke weg aus dem Dunkel hervor, und der Arm thut einen langen Griff nach mir

IJeſus! ſchrieen die Zuhörer.

Schüttelt's dich doch endlich, Hanngeorg? ſagte der Wirth.

Ein Laut ging durch den Thurm, als ob ihn der Schreck durchzuckt hätte, aber es war die Uhr, ſie hatte gewarnt. Ich war drei Schritte zurückgeſprungen und bereitete mich zum Schlag da, denket euch, wie mir zu Muth wird, als ich den Kerl erkenne! Schier wär' mir der Hammer aus der Hand gefallen. Denn wer war's?

Wer anders als der lang' Aſſas! ſagte der Wirth.

Geſchwätz! bemerkte der Patient, der zum erſtenmal frei⸗ willig den Mund aufthat. Wie ſollt' an einem Todtenkopf etwas zu erkennen ſein? Der hat ja kein Geſicht.

Und ich ſag' euch, rief der Thürmer, es war der lang' Aſſas, ich ſah ihn ſo deutlich, wie ich euch alle da vor mir ſehe. Es war als ob die Knochen ſich zu einem Geſicht ver⸗ zögen, das im weißen Mondlicht einen Schein von Leben an⸗ genommen hätte. Er grinste mich mit einem grimmigen Lachen an, und ob er gleich keinen Laut von ſich gab, ſo verſtand ich doch, was er ſagen wollte: Gelt, ich hab' dich bis nach Belgrad und Schlankement gejagt, und nun will ich dich vollends in's Bockshorn jagen. Probir's! dachte ich und wollte ihm eins zwiſchen die Ohren geben, das mir wohl wenig geholfen hätte, da raſſelt's mit aller Macht, und holt aus, und auf der kleinen Glocke ſchlägt es Eins. Meine alte Suſanna über mir wurde unruhig und hätte gleichfalls gern geſchlagen, aber ſie konnte nicht, weil ich ihr den Hammer genommen hatte. Nun weiß ich nicht, wie es mich überkam: war mir's in die Glieder gefah⸗ ren, als guter Thurmwächter meiner Glocke beizuſpringen, oder