Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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getreuer Freund ſein bei all deinem Thun und Laſſen, du ſollſt Ar⸗ beit bei mir haben, wie ein wackerer Geſell, und ſollſt gehalten werden, wie das Kind im Hauſe. Katharina, geh und bring ihm zu trinken. Da, ſitz zu mir her, du wirſt müde ſein; heute und morgen haſt du Raſttag, übermorgen fangen wir eine Spritze nach einem ganz neuen Modell an; da kannſt du Hand anlegen und ler⸗ nen zugleich. 3 In dieſem Tone ſprach der Meiſter noch lang; er erkundigte ſich nach ſeinem Jugendfreunde, nach deſſen Haushalt und Hand⸗ werk, fragte, wie es bei jenem Brande zugegangen, deſſen Kunde überall hingedrungen war, ob ſein Freund ſich jetzt wieder ganz er⸗ holt habe von ſeinem damaligen Schaden, und tauſend freundſchaft⸗ liche Dinge mehr. Franz gab über Alles Auskunft; es war ihm ſo wohl, als ob er in der Heimath wäre. Beim Abendeſſen mußte er ſich zwiſchen Meiſter Woltmann und Katharinen ſetzen, und die⸗ ſer Platz wurde ihm für immer angewieſen. Dann fing der Meiſter wieder an, von Lüttich zu erzählen und zu fragen und wieder zu erzählen; Franz mußte von ſeiner Reiſe berichten und brachte aller⸗ hand Merkwürdiges und Ergötzliches vor. Er war in Köln gerade zum Faſching eingetroffen, und gab die luſtigſten Bilder davon zum Beſten, wobei er beſonders an Katharinen eine aufmerkſame Zu⸗ hörerin hatte. Die Geſellen, die am gleichen Tiſche mit der Mei⸗ ſterſchaft ſaßen und Franzen fröhlich bewillkommt hatten, nahmen ebenfalls Antheil an der Unterhaltung und Jeder erzählte ein Abenteuer von ſeiner Wanderſchaft. Katharina war ſehr heiter und rief einmal über's andere: Nun ſitzen wir ſchon ſo manches Jahr beiſammen, und doch iſt's noch Keinem eingefallen, ſo viele hübſche Sachen zu erzählen! noch keinen Abend ſind wir ſo vergnügt ge⸗ weſen, wie heute. Die Abendglocke unterbrach dieſe Geſpräche, und eine andäch⸗ tige Stille trat ein. Franz horchte mit Staunen und Wohlgefallen