Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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men's Euch ſonſt übel. Und dabei hatte ſie ſpöttiſch auf ſeine Schuhe geblickt, deren Schnallen nicht von Silber, ſondern bloß von Meſſing waren.

Seht einmal die hoffärtige Prinzeſſin! rief die Mutter ent⸗ rüſtet. Wenn alle Menſchen redlich geweſen wären, ſo trügeſt du Silberſchnallen an den Schuhen und das Nuſter an ihrem Halſe wäre nicht von echten Granaten. Aber es geſchieht dir ganz recht, was läufſt du auch dem großnaſigen Dinge nach? Es ſind viel ſchönere Mädchen in der Verwandtſchaft, und ſind auch nicht arm, und keine ſo aufgebauſchte Pfauen, wie die.

Was wird da von Rüädchen geleiert? rief eine zornige Stimme hinter ihr; der Vater war unbemerkt in's Zimmer ge⸗ treten, um ſeinen Sohn zu ſuchen. Mein Ururgroßvater war ein ſehr ſtrenger und heftiger Mann, der gute Zucht im Hauſe hielt und groß von ſeinem Stand und ſeiner Würde dachte. Er ſaß ſeit den letzten Wahlen im Rath, welches Amt zwar jedes Jahr einer Neuwahl unterworfen, aber im gewöhnlichen Lauf der Dinge doch ſo gut wie lebenslänglich war; durfte Stock und Degen tragen, ohne welche man ihn nie ausgehen ſah, und wachte mit einer gewiſſen Eiferſucht darüber, ob ihm von Jedermann die ſchuldige Ehrerbietung erwieſen werde. Ja, die böſe Welt ſagte ihm nach, er habe einmal, als er über den Markt auf's Rathhaus gegangen ſei, einer Gans, die den Schnabel gegen ihn aufſperrte, in gerechter Entrüſtung den Kopf mit dem Ehren⸗ degen abgeſchlagen und dazu ſeinen LieblingsfluchPugio, den er aus Spanien mitgebracht, ausgeſtoßen. Er war daher ſehr entrüſtet, als ihm ſeine Frau geſtand, wovon die Rede ſeiz er fühlte ſich durch den Hochmuth Reginens in ſeiner Würde ge⸗ kränkt und ließ den Zorn an ſeinem Sohne aus.

Pugio! rief er, was fällt dem Burſchen ein? Iſt noch

nicht hinter den Ohren trocken und ſieht ſchon nach den Mädchen?

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