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daß die Stellung dieſes Gliedes in dem feinen Antlitz etwas ſehr Gebieteriſches hatte. Von dieſer Art war auch Reginens gan⸗ zes Weſen; ſie that zurückhaltend, ſtolz und ſpröde. So betrug ſie ſich auch gegen Franz; aber wenn er ſie im feurigen Tanze den Saal hinunter ſchwang, ſo ſteckten alle Leute die Köpfe zu⸗ ſammen und flüſterten: Das iſt doch das ſchönſte Paar auf dem Tanzboden; die thäten zuſammen paſſen!
Das ſah und hörte Franzens Mutter ſehr ungerne, denn die ſchöne Regine war die Enkelin des alten, reichen Stadtſchrei⸗ bers, und der ſtand bei meiner Ururgroßmutter in keinem guten Andenken. Er war ihr Vormund geweſen, und ohne daß man wußte wie es zuging, war bei der Abgabe der Pflegſchaft der Vormund ein reicher Mann und ſein Mündel ein armes Mäd⸗ chen. Aus Großmuth bot er ihr ſeine Hand an, aber ſie weinte und rief: Ihr ſeid ja ſo alt, daß ihr mein Vater ſein könntet; wär't Ihr's nur geweſen, dann ſtände es jetzt anders! Dies klang ihm zu unbeſcheiden, und er jagte ſie aus dem Hauſe. Damals war die Waiſenjuſtiz noch nicht im beſten Zuſtande, und meine Ururgroßmutter ſah ein, daß es klüger ſei, zu ſchwei⸗ gen und zu dulden, als ein Recht zu ſuchen, von dem ſie nicht wußte wo es zu finden war. Ein entfernter Verwandter nahm ſie auf, und da ſie zu Feldarbeiten nicht kräftig genug war, ſo mußte ſie ihm die Schafe hüten. So ſaß ſie den lieben langen Tag, und vertrieb ſich die Zeit damit daß ſie ſchöne Lieder ſang; ſie wußte deren viele und hatte eine gute Stimme. Aber als ein ehrbares Mädchen ſang ſie nichts was für leichtfertig angeſehen werden konnte; die ſtrengſte Kirchencenſur hätte ihre Lieder hören dürfen, eine Art halbgeiſtlicher Lieder mit lang⸗ tönenden wehmüthigen Melodieen, welche recht geeignet waren einem betrübten Herzen Luft zu machen. Solche pflegte die arme Dorothea zu ſingen, wenn ſie bei ihrer Heerde ſaß; ſie
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