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Morgen, als ihm die Sorge für das öffentliche Wohl einige Zeit ließ, nach ſeinem eigenen Hauſe zu ſchauen. Man wußte nicht,
war ſie im Feuer oder im Gedränge der Flüchtenden um das
Leben gekommen. In den erſten Wochen hatte man noch Hoff⸗ nung, die Kleine wieder zu finden, denn es kamen viele verloren geglaubte Kinder zum Vorſchein, die ſich in die Nachbarſchaft verlaufen hatten. Der Bürgermeiſter ſandte Boten nach allen Seiten aus, zu nahen und fernen Freunden, aber Niemand wollte etwas von der verlorenen Katharina wiſſen. Da faßte er ſein weinendes Weib in die Arme und richtete ihr das Antlitz gen Himmel, wo ſie ihr Kind als einen ſchönen Engel von nun an ſuchen ſollte. Abends aber, wenn er mit ſeinem Gevatter auf der Zunftſtube zu einem Glas Wein zuſammenkam, dann ſprachen ſie einige halbe Worte über das ſüße Mädchen, der Bürgermeiſter wiſchte ſich eine Thräne aus dem Auge und trank einen Schluck Wein dazu, und ſein Freund drückte ihm die Hand und ſagte: Ich habe immer geglaubt, mein Franz werde ſie ein⸗ mal zum Weibe haben.
Dieſer, das Aelteſte von den Sieben, die im Kaſten geweſen waren, wuchs mittlerweile heran und ward ein ſtattlicher Jüng⸗ ling. Er erlernte das Handwerk ſeines Vaters, die edle Gießer⸗ kunſt, und ſetzte mit ſeinem im Feuer gebräunten Geſicht und durch den Druck ſeiner kräftigen Hand manches Mädchenherz auf dem Tanzboden in Flammen. Er aber ſchaute nur nach der ſchönen Regine, die er in ſeinem Herzen für die Königin des Tanzbodens erklärte. Die ſchöne Regine war ein Mädchen von ſtolzem, vollem und ſchlankem Wuchſe; ſie hatte ein majeſtätiſches Geſicht, ſchwarze Haare und ſchwarze Augen, und dabei eine blendend weiße Haut; ſie galt für das ſchönſte Mädchen in der ganzen Stadt, nur wollten ſtrenge Richter den Umfang und die Biegung ihrer Naſe zu kühn finden, und es iſt nicht zu leugnen,


