Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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erzählen pflegten, in ſtundenweiter Entfernung mitten in der Nacht einenKreuzer vom Boden aufleſen konnte.

In den Morgenſtunden des dritten Tages hatte das Feuer auch den oberſten Stadttheil von der Kirche bis zum obern Thore vollends verzehrt. Dort ſprang es über die Stadtmauer und wollte die große Vorſtadt ergreifen, die ihm jedoch wegen ihres weiteren Raumes glücklich widerſtand. Nun aber wandte es ſich rächend abwärts und fraß an der Mauer eine große Strecke entlang Gaſſen und Gäßchen, die es noch verſchont hatte, bis es zu den bereits in Aſche gelegten Stadtvierteln zurück⸗ kehrend erſtarb.

Die ganze Stadt war mit Ausnahme eines unanſehnlichen Halbkreiſes von Häuſern in Flammen aufgegangen. Wunder⸗ barer Weiſe begann dieſer gerettete Halbkreis mit ſeinem brei⸗ teſten Stücke gerade da, wo das zuerſt in Brand gerathene Haus ſeine Flammen in die hinter ihm liegende Gaſſe geworfen hatte. Als ein zweites Wunder ſtaunte man die Nikolauskapelle an, neben welcher der Brand ausgebrochen war. Sie ſtand, ohne Glocken zwar, doch unverſehrt, in einem Kreiſe von Schutthaufen. Daß der Kaiſer auf dem Marktbrunnen den Brand überdauert hatte, war gleichfalls Allen ein Räthſel, weil er durch die Trüm⸗

mer der hart an ihm gelegenen großen Gebäude, beſonders des

Spitals, der Zerſtörung ausgeſetzt geweſen war. Nicht ſo glück⸗ lich war auf dem Röhrenbrunnen an der Hauptkirche die Bild⸗ ſäule des andern Kaiſers gefahren, dem die Stadt ihr Mauer⸗ recht verdankte. Das Bild des Hohenſtaufen war untergegan⸗ gen, das des Habsburgers war erhalten geblieben.

Aber nun, als es nichts mehr zu fürchten noch zu hoffen gab, erwachte das Gefühl des Elends erſt in ſeiner ganzen Schärfe und zählte die Verluſte der Geſammtheit wie des Ein⸗ zelnen auf. Der Menſch jedoch, ſo lang Leben in ihm iſt, hebt