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plötzlich das Haus nach allen Seiten in vollem Brande. Die Flamme ſprang über die enge Straße auf das gegenüberliegende Haus und bildete einen Bogen, deſſen feuerſpeiender Regen die Mannſchaft zurücktrieb. Alsbald zündeten die beiden brennenden Häuſer auch die in ihrem Rücken gelegenen Häuſerreihen an und das Feuer wüthete in drei Gaſſen zugleich, alle Rettungsver⸗ ſuche zerſplitternd und verwirrend. Die Gaſſen waren eng, die Giebel vorſpringend, ſo daß ſie einander über der Straße bei⸗ nahe berührten, die Gebäude faſt alle von Holz, die Stuben ge⸗ täfelt, die Böden mit ſchlechtgefugten Brettern belegt, alle Stock⸗ werke vollgepfropft mit dem Hausrath einer eng zuſammenge⸗ drängten Bevölkerung, alle Häuſer angefüllt mit den Gaben des Jahres, mit Frucht, Futter, Stroh und Holz. Speiſe im Ueber⸗ maß für jenes Ungeheuer, das nur hungriger vom Freſſen wird! Und es fraß nach allen Richtungen der Stadt: abwärts die kurze Strecke gegen das untere, und aufwärts die lange Zeile gegen das obere Thor.
Am Himmel hatte ein gelinder Süd geweht; aber das Feuer ſchuf ſich ſeinen eigenen Luftzug, der zum Sturme wurde und die Flamme vor ſich hertrieb, ſo daß die Häuſer nicht mehr einzeln, ſondern reihenweiſe in Brand geriethen. Wenn das Feuer eine Straße durchrast hatte,— dies erzählten Augenzeugen noch viele Jahre lang als das Schrecklichſte,— dann drehte ſich der Wind, als ob er eigens dazu beſtellt wäre, und jagte die Lohe wieder eine andere Straße hinab. Umſonſt verſuchte man durch Niederreißen von Häuſern dem Gluthſtrom ſeine Nahrung zu rauben; die Maſchinen zerbrachen oder verbrannten. Die rüſtige Bürgerſchaft, die ſchon manche Feuersbrunſt unverzagt überwäl⸗ tigt hatte, verlor den Muth, und nun entſtand ein verworrenes Gedränge derer, die noch zu retten ſuchten, und derer, die unter Jammergeſchrei flüchteten. Dieſe füllten die Gaſſen und Stadt⸗


