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erzählte der Großvater von dem furchtbaren Brande, an deſſen Andenken ſich für uns eine anmuthige Familienſage knüpfte. Er hatte ſie aus dem Munde ſeines Vaters, der, zu jener Zeit neun Jahre alt, in der Verwirrung des Augenblicks mit ſechs anderen Kindern in einen großen Kleiderkaſten geſperrt und zur Stadt hinausgetragen wurde. Einen Tag lang blieb der Kaſten auf einer Anhöhe unter dem verzweifelten Geſchrei der Kinder ſtehen. Zum Glück hatte er Luft, der alterthümlich rieſige Schrank, und ſie waren noch immer beſſer daran, als manche andere Kinder, die in jenen Schreckenstagen verloren gingen und erſt ſpät oder gar nicht mehr gefunden wurden.
Die Stadt wurde unvorbereitet in völliger Sorgloſigkeit vom Schickſal überfallen. Zwar erinnerte man ſich nachher, daß der fromme Hauptprediger längſt das Unglück von der Kanzel geweiſſagt hatte. Da in den Schrecken der unaufhörlichen Kriegszeiten Geſchlecht um Geſchlecht verwildert war und die obrig⸗ keitlichen Mandate jetzt im Frieden wenig zur Herſtellung der alten ſtrengen Zucht bewirkten, ſo hatte er jeden Sonntag gegen die ſündenbeladene Stadt gedonnert und jede ſeiner Predigten mit den Worten geſchloſſen:„Aber es wird dereinſt ein Feuer kommen, das Niemand löſchen kann.“ Er ſelbſt erlebte es nicht, daß ſeine Worte, die vielleicht geiſtlich gemeint waren, ſo buch⸗ ſtäblich in Erfüllung gingen; aber die zerknirſchte Stadt ſchrieb ſeine Weiſſagung über ihre rauchenden Trümmer, und es lag in der Anſchauung jener Zeit, welche Herzenshärtigkeit mit Buß⸗ fertigkeit wunderbar vereinigte, in jedem Ausbruch der Elemente ein himmliſches Strafgericht zu erblicken.
An jenem Septembertage jedoch ahnte Niemand etwas von einem Strafgerichte, vielmehr war der Jahrgang ſo günſtig geweſen, daß man wohlgemuth dem herbſtlichen Dankſagungs⸗ feſt entgegenſah. Die Vorrathskammern waren voll, und zum


