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ſal nach der Nördlinger Schlacht im Vergleich mit den Nachbar⸗ landen ein gnädiges geweſen.
Eine unmittelbare Erinnerung an die Zeiten des dreißig⸗ jährigen Krieges hatte ſich in einer Sitte erhalten, welche der Großvater unverbrüchlich beobachtete. Er pflegte am Peter⸗ und Paulstage zu faſten. Bis in ſein höchſtes Alter genoß er an dieſem Tage keinen Biſſen; erſt Abends aß er ein Stücklein trocken Brod, trank Zann einen Schluck Wein und ging zu Bette. Der Faſttag galt dem Andenken einer Rettung, deren ſich die Stadt im„Kirſchenkriege“, einer wenig rühmlichen Epiſode jener endloſen Kriegswirren, zu erfreuen gehabt. Schon war ſie vom kaiſerlichen General, der vor den Thoren lag, durch einen Trom⸗ peter und„Schröck⸗Capitain“ zur unbedingten Uebergabe auf⸗ gefordert, Major Widerhöld, der nachmalige Oberſt und Com⸗ mandant von Hohentwiel, war mit ſeiner unzulänglichen Truppe abgezogen, und das Aergſte ſtand bevor; da gelang es dem Syn⸗ dikus, von den Kaiſerlichen eine Capitulation zu erwirken, die den Bürgern Raub, Mord, Brand und den gefürchteten Glau⸗ benswechſel erſparte. Das Gedächtniß dieſes Tages überlebte größere Glücks⸗ und Unglücksfälle beinahe zwei Jahrhunderte lang.
Einen zweiten Faſttag feierte der Großvater zum Andenken eines Tages von verhängnißvollerer Bedeutung. In ſeiner Stube befand ſich ein alterthümlicher Ofen, auf deſſen Vorder⸗ platte das Bild unſerer Stadt in vollen Flammen ſtehend und von flüchtenden Menſchen erfüllt gegoſſen war, mit einer dar⸗ über ſchwebenden Inſchrift:„Dein Sünd, dein Brand.“ Die Inſchrift flatterte ſteif und die Flammen loderten ſchwerfällig, aber um ſo friſcher überrankte die lebendige Ueberlieferung das Unglücksdatum des 23. Septembers 1726, des Tages, an wel⸗ chem die Stadt der Raub jener Flammen geworden war. Oft


